Glashütte putzt sich heraus

Glashütte putzt sich heraus
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Drei weitere Sanierungsvorhaben im Museumsdorf erfolgreich abgeschlossen
 
Das Museumsdorf Baruther Glashütte mausert sich: Seit 2008 wurden 680.000 Euro investiert, um Gebäude und Außenanlagen zu erhalten und denkmalgerecht zu sanieren. Mehr als 231.000 Euro davon brachte allein der Landkreis Teltow-Fläming auf, der seit 2009 Eigentümer der Liegenschaft ist.
 
Am 8. Juli 2011 präsentierten Landrat Peer Giesecke und Museumsdirektor Dr. Georg Goes drei weitere fertiggestellte Sanierungsvorhaben der Öffentlichkeit:
 
Mit großem Aufwand wurde der Schornstein der Neuen Hütte (Baujahr 1861) saniert. Hier waren Ziegel zu tauschen, Rundfugen anzulegen, Stahlbandagen und Winkeleisen einzubauen. Nun verfügt das zum Ensemble der Neuen Hütte gehörende Objekt auch über eine neue Steigschutzvorrichtung und eine Blitzschutzanlage. Dafür wurden Mittel aus dem Konjunkturpaket II in Höhe von 92.000 Euro bereitgestellt. Landrat Giesecke zeigte sich beeindruckt: "Der Schornstein ist ein Schmuckstück geworden - ein weithin sichtbares Wahrzeichen für Glashütte".
 
Fast nicht mehr zu retten, so schien es, war das ehemalige Hegemeisterhaus im Zentrum des Glasmacherdorfes. In dreijähriger Arbeit wurde die Außenhülle wieder hergestellt: Dachstuhl und Eindeckung, Fachwerkwände, Fenster und Türen wurden denkmalgerecht erneuert. 277.000 Euro kostete das Projekt, das mit Fördermitteln, u. a. dem Konjunkturpaket II, finanziert wurde. Jetzt wird ein Nutzer für das Gebäude in der Mitte des Fachwerkweilers gesucht. Laut Peer Giesecke solle es nicht nur "ein netter Mensch" mit künstlerischem oder handwerklichem Beruf sein, der sich in die Dorfgemeinschaft einfügt. Erforderlich seien ein passendes Nutzungskonzept und ausreichende finanzielle Mittel, um den Innenausbau zu stemmen. Für den Museumsverein wäre - so Dr. Goes - auch eine Nutzung als Naturerlebnishaus vorstellbar.
 
Die Alte Hütte, oberhalb von Gasthof Reuner und dem Packschuppen gelegen, ist heute ein beliebter Veranstaltungsort. Einst wurde in der ehemaligen Ofenhalle Glas hergestellt. Davon zeugen die unterirdischen Schürkanäle und Ofenfundamente, die bei der Erneuerung des Hallenfußbodens freigelegt wurden. Archäologen dokumentierten die Zeugnisse der ersten industriellen Glasproduktion im Solms'schen Forst und sicherten zahlreiche Fundstücke. Einige von ihnen sind in einer Vitrine in der Alten Hütte zu bestaunen.
Der Landkreis Teltow-Fläming investierte 49.000 Euro, damit 880 m² Pflasterklinker im Reichsformat verlegt werden konnten. Die historische Position des Ofens wurde dabei farblich abgesetzt.
Dr. Goes freut sich: "Der neue Boden ist am Wochenende des 1. Advent wieder die Bühne für den beliebten Glashütter Weihnachtsmarkt. Beworben hat sich das Denkmal auch als Austragungsort für ein Brandenburgisches Sommerkonzert im Jahr 2012."
 
Landrat Peer Giesecke dankte den Abgeordneten des Kreistages Teltow-Fläming: "Ohne Sie und Ihren Beschluss zur Übernahme der Liegenschaften des Museumsdorfs durch den Landkreis hätten diese Projekte nicht umgesetzt werden können". Er lobte überdies das Engagement der Bewohner Glashüttes, das den Erfolg des Museumsdorfes erst möglich machte.
 
Wilken Straatmann, Sprecher des Runden Tisches der Gewerbetreibenden, zeigte sich zufrieden mit der Kooperation zwischen Landkreis und Dorfgemeinschaft: "Es hat sich eine sehr gute Zusammenarbeit entwickelt, die sich sehen lassen kann. Man trifft sich regelmäßig, um gemeinsam zu reden und gemeinsam Entscheidungen zu treffen." Anfängliche Zweifel wurden durch "freies Verwaltungshandeln" zerstreut.
 
Das technische Denkmal Museumsdorf Baruther Glashütte ist neben der Fläming-Skate das wichtigste touristische Projekt des Landkreises Teltow-Fläming. Seit seiner Eröffnung im Jahre 1991 zählte es mehr als eine Million Besucher. Glashütte ist über die Fläming-Skate und den Gurken-Radweg an das überregionale Radwegenetz angebunden. So gelangen auch zahlreiche Besucher des nur 12 km entfernten Tropical Islands nach Glashütte, wo sie sich von der idyllischen Lage des Dorfes, seinen historischen Bauten, interessanten Ausstellungen und vor allem auch von traditionellem Handwerk verzaubern lassen.
 
Übersicht der an der Sanierung beteiligten Firmen:
 
Schornstein: Dresdner S + F Bau GmbH
Hegemeisterhaus: "Oehnaland" Holzverarbeitung Bochow (Dachstuhl, Fachwerk, Dämmung), IBS Hoppegarten (Planung, Überwachung), Bartoszak Dachbau Wünsdorf (Dacheindeckung), Friedrich und Söhne, Langenlipsdorf (Tischlerarbeiten)
Alte Hütte: Reckers Architekten, Baruth (Planung), Kreisarchäologe Dr. Stefan Pratsch (Freilegung), Dipl.-Ing. Haesecke-Diesing, TU Berlin (archäologische Dokumentation), Langenlipsdorfer Flämingbau (Bauarbeiten)
 
Pressemitteilung Landkreis Teltow-Fläming

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